Verkehrspolitik – Tempo 30 in Münster

Es gibt wahrscheinlich außer in Freiburg keine Stadt, in der man so planlos Tempo-30-Schilder aufgestellt hat wie in Münster. In Freiburg habe ich sogar ein Tempo-20-Schild gesehen – da wird man selbst von Seniorenscootern mit Mofa-Zulassung überholt.

In Münster gibt es tausend Gründe, warum man langsamer fahren soll: Seniorenheime, Lärmbelastung, Baustellen. Nun überlegen die Politiker, ob man im gesamten Stadtgebiet Tempo 30 einführen soll. Ich erinnere mich noch gut: Auf dem Ring um Münster wurde Tempo 70 gefahren. Dann kam Tempo 50, nun bald Tempo 30. In zehn Jahren muss man wahrscheinlich Rollatoren oder Kinderfahrräder versichern.

Ich kann nur den Kopf schütteln. Es soll jetzt wieder mit der grünen Harke über alles drübergeharkt und auf 30 km/h begrenzt werden. Dann fahren alle im zweiten Gang mit 30 und verbrauchen mehr als bei 50 im dritten oder vierten Gang – abgesehen davon ist es lauter. Vielleicht könnte man mal so weit denken, dass an Gefahrenstellen das Tempo reduziert wird – einheitlich. Also nicht zwischen 10–16 Uhr montags bis freitags, sondern generell. Wenn man durch Münster fährt, braucht man schon einen Beifahrer wie beim WRC, der einem ständig das Tempo ansagt.

Für Fahrradfahrer wäre eine Fastlane angebracht oder wirklich innovative Lösungen. Das passiert aber kaum. Es werden immer mehr Fahrradfahrer und Baustellen, durch die Pedelecs ändert sich das Tempo. Hier fehlen Konzepte und konkrete Umsetzungen. Aus Städten im Ausland lernen – wie Kopenhagen – ist nicht drin. Mal abwarten, was noch kommt.