Fahrradschnellwege: Vom politischen Versprechen zur verpassten Chance

Erinnert ihr euch noch an die großen Ankündigungen zu Fahrradschnellwegen? Die Politik versprach eine Revolution der Fahrrad-Infrastruktur. Doch bevor wir Millionen investieren, sollten wir uns die entscheidende Frage stellen: Wie schaffen wir es wirklich, dass Autofahrer aufs Rad umsteigen?

Die Realität des Alltags-Radlers

Seien wir ehrlich: Wer bei Regen und Kälte auf dem Fahrrad sitzt, braucht verdammt gute Gründe, das Auto stehen zu lassen. Steigende Spritpreise allein reichen nicht. Was wirklich zählt, ist Geschwindigkeit und Komfort.

Mit einem S-Pedelec sind 45 km/h möglich – theoretisch wärst du in 10 Minuten 7 Kilometer weit. Das klingt nach echter Alternative zum Auto. Doch dann kommt die ernüchternde Realität:

Das deutsche Infrastruktur-Dilemma

Sobald du in die Stadt fährst, beginnt der Wahnsinn:

  • S-Pedelecs dürfen innerorts nicht auf Radwegen fahren
  • Also ab auf die Fahrbahn – zwischen Autos, Bussen, LKWs
  • Geschnitten werden, Drängeleien, lebensgefährliche Situationen

Ich habe unzählige brenzlige Momente zwischen S-Pedelec-Fahrern und Autos miterlebt. Es ist ein Wunder, dass nicht mehr passiert.

Die Lösung liegt auf der Hand

Was wir brauchen, sind breite Fahrradwege, die alle Verkehrsteilnehmer unter 50 km/h aufnehmen – vom normalen Rad über E-Bikes bis hin zu S-Pedelecs.

Vorbild Niederlande

Dort funktioniert es längst: Breite Radwege, auf denen sogar Microcars fahren. Die Verbindungen zwischen Vororten und Städten sind nahtlos – und es funktioniert einfach.

Fazit

Statt halbherziger deutscher Radweg-Flickschusterei könnten wir von unseren Nachbarn lernen. Die Infrastruktur steht und fällt mit einer simplen Frage: Wollen wir echte Alternativen zum Auto schaffen – oder nur darüber reden?

Von schwoon

Ein Gedanke zu „Warum uns die Niederlande bei Radwegen abhängen“
  1. Sorry,
    aber das ist weitgehender Unsinn, bzw. inhaltliche Desinformation.
    In den Niederlanden steigt der Autoverkehr Jahr für Jahr weiter an. Die Steigerung der Autodichte und der LKW-Dichte übertrifft in den letzten Jahren sogar diejenige in Deutschland.
    Ziel der NL-Radverkehrspolitik war und ist, dass alle Verkehrsmittel inklusive(!) des drastisch umweltschädlichen Flugverkehrs und Autoverkehrs verbessert werden. Also eine pull&pull Politik, die das genaue Gegenteil einer notwendigen Eindämmung des Autoverkehrs darstellt.
    MIV-Reduktion geht, das lässt sich mittlerweile auch anhand der internationalen Empirie gesichert konstatieren, ausschließlich mit push&pull, also mit Deattraktivierungen des Autoverkehrs. Sprich: Parkplatzreduktion für den MIV, Kapazitätsreduktion für den MIV, schärfere Tempolimits für den MIV, etc.
    Wer den Autoverkehr nicht wirksam einschränken will hat nichts mit ‘Verkehrswende’ zu tun, sondern gehört faktisch eher zur Heuchler-Fraktion von ‘Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass”.
    Selbst ausgesprochene Promoter der NL-Radwegepolitik müssen mittlerweile die ökologische Niederlage eingestehen:
    https://www.aviewfromthecyclepath.com/2023/04/whats-gone-wrong-with-road-safety-in.html
    Die ‘Autogerechte Radverkehrsseparation’ hat hinlänglich gezeigt, dass damit keine Reduktion des Autoverkehrs stattfindet, sondern eher noch das Gegenteil bewirkt wird.
    Ähnlich in Dänemark:
    Gute Klimadaten, AUSSER beim Autoverkehr, der ausgerechnet in der Radwege-Vorbildregion Kopenhagen stark und kontinuierlich angestiegen ist.

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