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Verkehrswende in Deutschland

Schon seit mindestens 20 Jahren redet man in Deutschland von der sogenannten Verkehrswende. Leider ist sie nie gekommen.
“Unternehmen Zukunft” hatte sich die Deutsche Bundesbahn mal auf die Fahne geschrieben.

Vielleicht war es ja auch sowas wie ein Märchen oder eine “Vision” von einigen Politikern mit “viel Pech im Denken”. Gehört habe ich aber schon seit langem und immer mal wieder davon.

Solche Schlagwörter wie “den Güterverkehr auf die Schiene bekommen” oder “verlässlicher Nahverkehr für Pendler” sind nur mal so zwei kleine Punkte die mir da noch so aus dem ganz alten Hirnspeicher gleich herausfallen.
Die Bahnprivatisierung sollte vor allem für eine Konsolidierung und eine stetige Verbesserung des Personennahverkehrs führen.

Gott sei Dank habe ich privat und persönlich nicht viel mit der Bahn zu tun. Aber an den Tagen, an denen ich mit ihr in Kontakt gekommen bin, reichte es mir immer schon nach ganz kurzer Zeit.

Ich rede jetzt mal von der Preiserhöhung von dem 2 Stundenticket im Regionalverkehr (das ist diese Bummelbahn die an jeder Milchkanne hält) in den letzten 12 Jahren um ca.50 Prozent. Im Jahr 2007 waren es 13,50 Euro die für ein Ticket für einen Erwachsenen aufgerufen wurden, aktuell sind es 20,40 Euro.
Wir reden jetzt von Bahnfahren für genau 2 Stunden in Deutschland. Den “normalen” Preis für die Strecke in einem IC oder ICE liegt etwas bei dem doppelten Preis.

Komplett indiskutabel.

Da sind wir nur mal beim Preis. Der wird ja schon länger GROß geschrieben. Dafür wird der Service immer noch klein geschrieben.

Über die Zeit, in der ich regelmäßig von Münster nach Karlsruhe mit dem ICE gefahren bin, könnte ich immer noch Bücher schreiben.

“This is the german Bundesbahn calling”. Ein Schaffner bei denen während der Durchsage – im Hintergrund – leider noch die Youporn-Seite auf dem Laptop nicht auf “lautlos” gestellt wurde – der ganze ICE durfte dann an diesem Höhepunkt kurzzeitig teilhaben. Wirklich großes Kino durfte ich da erleben.
Eine Schaffnerin, die mich kurz nach München aus dem ICE herauswerfen wollte, da ich keinen gültigen Fahrschein hatte. Auch das Foto von der riesigen Schlange am Ticketschalter (an dem ich schon 30 Minuten gewartet hatte) konnte sie nicht überzeugen.
Dann wollte sie mir auch noch einen höheren Fahrpreis aufbrummen dafür. Einen Sitzplatz im ICE hatte sie mir dann aber nicht anzubieten. Soviel Dummheit und Arroganz auf zwei Beinen hab ich selten erlebt. Wer stellt bitte solche Leute ein?

Fahrgäste die ihre teuer reservierten Fahrplätze nicht erreichen konnten, weil die ICEs so voll waren. Ausgefallene Züge, Probleme mit Gleisen usw.

Von den komplett unübersichtlichen Automaten zum Ziehen von Tickets wollen wir mal nicht reden. Das wurde ja sogar mal zwischenzeitlich etwas verbessert.
Es gab Zeiten, in denen konnte man sich an einem Automaten einen Beleg ausdrucken um dann an einem anderen Automaten diesen wieder einzuscannen und dann zu bezahlen. Ich dachte damals, das wäre so etwas wie “versteckte Kamera” mit Kurt Felix und seiner Frau (heutzutage macht die Sendung ja irgendein dauerblondgrinsender Fernsehclown).

So. Und jetzt wollen die Damen und Herren – angeführt von Herrn Scheuer in seiner “Rolle” als Verkehrsminister – dem Bürger erzählen sie seien auf der Suche nach der Lösung für die Verkehrswende?

Womit denn?

  • mit E-Scootern die komplett bedeutungslos für die Innenstadt sind
  • mit einem komplett unzuverlässigem, ständig bestreikten Nahverkehr
  • mit Elektro-Autos oder Hybriden, die die Innenstädte dann auch verstopfen und ohne Energie aus Kraftwerken auch nicht fahren werden
  • mit einer nicht vorhandenen Fahrrad-Infrastruktur in 95% der deutschen Städte
  • mit einem komplett nicht ineinandergreifendem Verkehrskonzept mit dem man als Kunde nicht mal zuverlässig sein Fahrrad mitnehmen kann

Das soll dann die Basis bilden für eine “nachhaltige” Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur in Deutschland und dem Bürger dann als tolles Paket verkauft werden?

So bescheuert muss mal erstmal sein, um sich damit im europäischen Vergleich auch nur auf “Augenhöhe” geben zu wollen.
Ständig faselt die – von wem auch immer gewählte – deutsche “Politiker-Elite” etwas von dem europäischem Gedanken (bla bla blub). Wenn es dann aber mal darum geht, irgendetwas Sinnvolles sich beim Nachbarland abzuschauen, setzt es mal wieder komplett aus. In den Niederlanden fahren die Fahrrad? Komisch – das ist bestimmt Zufall mit dem Erfolg des Fahrrads da. Aber – “Schwamm drüber” mit der Kanzleramtslimousine fährt es sich in Holland ja auch recht bequem.

In diesem Sinne werden wir wohl noch viel Spaß bekommen und länger auf jemand aus der Politik warten dürfen, der sich damit auskennt. Aber nach Stuttgart 21 oder dem Berliner Flughafen sind die Bürger ja schon leid erprobt.