Zum Thema Verkehrswende ist schon viel geschrieben und gesagt worden. Insgesamt ist es in Münster aber eher ein Flickenteppich an Lösungen. Der Ausbau von Fahrradstraßen kommt nun Schritt für Schritt in Gang, aber es sind immer noch Lösungen wie “Radfahren auf der Fahrbahn erlaubt” zum “Umfahren” von Engstellen für den Radverkehr notwendig.
Dies führt sowohl bei den Radfahrern auf der Fahrbahn und auf dem Radweg als auch bei den Autofahrern in der Regel zu Irritationen. Viele Engstellen im Innenstadtbereich werden immer offensichtlicher, weil viele Münsteraner dem indirekten Aufruf, noch mehr auf das Fahrrad umzusteigen, gefolgt sind. So gibt es wohl ein Verhältnis von 55 zu 45 Prozent von Radfahrern zu Autofahrern. Das heißt also, dass der Fahrradverkehr im Fokus steht, was sich aber in der Verkehrsinfrastruktur noch nicht so widerspiegelt.

Viele Eltern sind, um die Zeit, die sie brauchen, um ihre Kinder von a nach b zu bringen, deutlich zu verkürzen, auf Lastenfahrräder oder Fahrräder mit zwei Kindersitzen hinter dem Fahrrad umgestiegen. Schließlich muss alles schnell gehen, die Kinder müssen alle Termine pünktlich wahrnehmen. Abgesehen davon, dass die Kinder in vielen Fällen auch mit einem eigenen kleinen Rad sicher selbstständiger und lieber im Verkehr unterwegs wären, als nur durch die Gegend gefahren zu werden, fehlt auf den Radwegen einfach der Platz, um die Lastenräder zu überholen oder mit diesen den Radweg zu benutzen. Ich persönlich sehne mich nach den großzügigen Radwegen in Kopenhagen zurück. Dort konnte man problemlos mit zwei Lastenrädern nebeneinander fahren und ein weiteres Fahrrad links überholen lassen.

Für mich sieht die Fahrradstadt meiner Träume anders aus, als Münster sie darzustellen versucht. Vielleicht müssen hier einfach noch mehr Köpfe an einen Tisch, die die Infrastruktur auch jeden Tag nutzen und die auch den Wunsch haben, die Infrastruktur entsprechend zu verbessern.

Von schwoon