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Vergessene Verkehrskonzepte – Zurück in die Zukunft

Es wäre ja im Staate Deutschland nicht so, dass wir nicht bereits in den 80er Jahren funktionierende Verkehrskonzepte hatten. Ich erinnere mich gerne an Dinge wie P&R (Park & Ride) Stationen an Autobahnen an denen man sein Auto abstellen konnte und dann mit dem Bus oder dem geschützt abgestellten Fahrrad, in die Stadt fahren konnte.

Eine Station gibt es in Münster übrigens immer noch. Der Charme der achtziger Jahre umspielt die Station an der Autobahnauffahrt Süd übrigens immer noch.
Leider hat das Konzept nie die Früchte getragen, die es verdient hätte. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass es den Verantwortlichen in Münster in den letzten 15 Jahren in den Kopf gekommen ist, günstige Parkmöglichkeiten mitten in der Stadt zu bauen. Hier sei nur mal das Parkhaus unter dem P&C oder das Parkhaus direkt unter dem Café Barcelona erwähnt. Für einen Stundenpreis von 2 Euro kann man da günstig parken. In Amsterdam zahlt man mittlerweile 6 Euro die angefangene Stunde fürs Parken. Das nur zum Thema Münster.

Wir wollen mal lieber nicht über längst in die Vergangenheit geratene Dinge wie den Transrapid reden. Der funktionierte schon 1989 mit einer Geschwindigkeit von 430 km/H auf der Teststrecke im Emsland. Im direkten Vergleich mit dem ICE 3 schlägt der Transrapid den „modernen“ Zug in allen Punkten. Sowas nennt man dann wohl „Komplettversagen“. Da regt man sich dann lieber über Inlandsflüge und CO2 – Auswürfe aktuell auf und redet den Bürgern ein schlechtes Gewissen ein.
Mit dem Transrapid hätte man schon in den 90er Jahren von Kiel bis nach München in 2 Stunden fahren können. Und das ohne Verspätung und ständigen Problemen im Gleis.
Die Kosten wären auch nicht höher als der nicht fertiggestellte Flughafen in Berlin gewesen. Spätestens mit der legendären Rede von Herrn Stoiber wurde das Projekt dann leider beerdigt und nach China exportiert.

Dann kam Mitte der 90er Jahre der erste Smart von Mercedes auf den Markt. Ich erinnere mich noch genau auf dem Cover des BRAND EINS – Magazins fand sich eine Grafik des ersten Smart Pure in schwarz/weiß. Es ging um die Zukunft der Mobilität.
Das Auto kompakt, sicher und großstadttauglich in Form eines Smarts. Keine schlechte Idee eigentlich. Der Smart hat sich häufig verkauft, auch wenn er nicht wirklich sparsam im Verbrauch ist, so ist er doch im Innenstadtbereich sehr kompakt und komplett ausreichend für zwei Personen.

Leider wurde auch hier wieder halbherzig an der Umsetzung gearbeitet. In der Schweiz gab es extra Parkplätze für den Smart, Steuervergünstigungen usw. – hierzulande leider Überhaut nichts.
Nach und nach wurde der Smart dann länger und mit stärkeren Motoren ausgerüstet, was aber den Verbrauch auch nicht gesenkt hat. Jetzt müssten die deutschen Innenstädte voll mit Smart-Fahrzeugen stehen und alle begeistert sein. Ist aber leider nicht so.
Überall in den Innenstädten stehen SUVs sämtlicher Marken herum – nicht mehr nur die Premium-Marken, sondern auch von Skoda, Kia usw. gibt es sie aktuell schon. Die Straßen und Bürgersteige werden zugeparkt und neue Parkplätze breiter gebaut damit die SUVs besser hineinpassen.

Das ist also die Mobilität im 21sten Jahrhundert?

Was für ein kompletter Irrsinn. Komischerweise fallen mir im Urlaub in Kroatien nur die SUVs mit deutschen Kennzeichen auf. Die Menschen aus Kroatien fahren zum großen Teil noch Autos aus den Jahren 2000-2010 die ganz normal groß sind. Und die funktionieren auch noch wunderbar und verbrauchen weniger Sprit als die SUVs.

Aber in Deutschland faselt man den ganzen Tag von Nachhaltigkeit, Abwrackprämie usw. herum. Gute Autos mit geringem Verbrauch werden verschrottet und gegen SUVs eingetauscht. Was ist mit den Leuten in Deutschland eigentlich los? Merkt ihr eigentlich noch irgendwas?

Spätestens bei der ersten Einfahrt in eine Werkstatt mit dem tollen SUV sollte es einem klar werden, dass man euch einen teuren Dinosaurier untergeschoben hat, den man nicht reparieren kann, sondern nur für viel Geld Teile wechseln kann.

Aber Hauptsache immer schön „grün“ wählen. Es wieder mich an.