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Helmpflicht für Fahrradfahrer die 1000ste – Bitte „Klappe“ halten

Playmobil Helm

Da ist er mal wieder. Der 1000ste Artikel über die Helmpflicht für Fahrradfahrer. Großartig! Ihr langweilt mich fast schon.

Ihr möchtet unbedingt etwas verboten bekommen?

Vielleicht gibt es bald auch die Helmpflicht für Ehefrauen beim Putzen. Hier passieren schreckliche Unfälle im Haushalt. Oder vielleicht die Helmpflicht für Autofahrer. Bei insgesamt mehr als 2 Millionen Verkehrstoten im Straßenverkehr – seit Erfindung des Automobils – auch sicherlich eine tolle Sache.

Warum akzeptiert ihr es eigentlich nicht einfach, daß erwachsene Menschen selber Entscheidungen treffen können?

Selbstverantwortlich und einfach für sich selber handeln, hört sich doch toll an. Leider nervt ihr immer wieder mit einer Helmpflicht für Fahrradfahrer. Kauft euch doch einfach einen Helm und lasst alle anderen Radfahrer es auch in Eigenregie machen. Ich hab nichts gegen Helme sondern gegen eine Helmpflicht. Ich setze jetzt hier einfach mal einen Link zu einem Fahrradhelm Online Shop für den ich nicht mal Provision bekomme. Also kauft euch euren Helm und gut ist.

Besonders toll finde ich die Argumente von Leuten wie: „Ich kann von meinem Sohn doch nicht erwarten, daß er einen Helm aufsetzt wenn ich keinen aufsetzte.“

DOCH !! Das kann man durchaus. Man kann von seinen Kindern auch erwarten, daß sie einfach mal das machen was man ihnen sagt. Ist allerdings unpopulär geworden. Hierzulande wird mit 2 Jährigen ja schon diskutiert welche neue Kücheneinrichtung gekauft wird und wohin denn der nächste Urlaub gebucht werden soll. Welch Wunder, dass sich diese Kinder dann so schwer in Strukturen von Kindergärten und Schulen einordnen können.

Ich kann das entscheiden (ich bin erziehungsberechtigt und erwachsen), denn ich trage ja auch keine Windeln wenn mein Kind Windeln tragen muss. Ich fahre schon über 40 Jahre Fahrrad und meine Kinder sind neu im Straßenverkehr. Da kann ich auch einfach mal so sagen – Helm auf! ohne Diskussion.

Wenn ihr in der Süddeutschen Zeitung solche Artikel bringt, dann haut doch auch bitte eine Anzeige für Fahrradhelme in eure Beiträge rein, dann kann man auch besser zuordnen woher der Wind weht.

Mir fallen 1000 andere Dinge im Leben ein für die Menschen eine sinnvolle Beratung benötigen würden, von denen man aber nie irgendwo etwas lesen kann.

Warum kümmert ihr euch denn so um eure Mitmenschen neuerdings?

Viel wichtiger als diese dusseligen Helme, wären angepasste Infrastrukturen, 30iger Zonen in Städten und autofreie Zonen in Wohngebieten. Aber das kostet. Günstiger ist es dann die Bürger in eine „Scheinsicherheit“ zu führen und sie zum Kauf von Helmen zu zwingen.
Welche Helme wollt ihr denn den Fahrradfahrern verkaufen die von LKWs überfahren werden ?!!

Es funktioniert in Holland, Belgien, Dänemark usw. wunderbar ohne Helmpflicht. Die Menschen nehmen gegenseitig aufeinander Rücksicht. Hier gibt es deutlich weniger schwere Unfälle mit Fahrradfahrern.
Das sind aber Länder ohne Autolobby und ohne immer größer werdende SUVs. Vielleicht gibt es da einen Zusammenhang.

Der „Autodeutsche“ baut auch lieber breitere Parkplätze für seine SUVs als mal den Verstand einzuschalten und die Autos kleiner zu bauen. Solange sich das nicht ändert, könnt ihr euch zu dem Helm noch in komplette Schutzkleidung packen und hoffen, dass euch die 2,3 Tonnen eines SUVs nicht überrollen oder zur Seite schieben.

In diesem Sinne – Helm auf!

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schwoon

Begeisterter Fahrradfahrer. Ich fahre gerne Fahrrad und versuche möglichst wenig das Auto zu benutzen. Immer mehr Menschen steigen aktuell auf das Fahrrad um und das möchte ich mit diesem Blog unterstüzen.
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3 Kommentare

  1. Martin

    Natürlich kann man von Kindern Dinge verlangen, die man selbst nicht tut. Aber man sollte sie nicht dazu auffordern, einen Fahrradhelm zu tragen.

    Es ist nicht erwiesen, daß Fahrradhelme generell die Sicherheit des Radfahrers verbessern. Bei bestimmten Stürzen, z.B. mit dem Kopf auf die Motorhaube ist der Effekt vermutlich positiv. Bei anderen Stürzen kann der Helm aber durch die Vergrößerung des Kopfdurchmessers auch negativ wirken, wenn es nicht gerade ein richtiger Motorradhelm ist. Stichworte Halswirbelsäule, Querschnittslähmung, Genickbruch.

    Kinder sollten das Radfahren nicht als eine gefährliche Risikosportart kennenlernen für die man sich erstmal wie für’s Rugbyspiel ausstatten muß, sondern – so habe ich das Radfahren damals noch gelernt – als eine ganz normale Sache: Man steigt auf’s Rad und los geht’s. Mit Wind, Sonne, Regen oder Schnee direkt auf den Kopf. Echtes Leben.

    Und wer seinen Kindern auf dem Fahrrad einen Helm verordnet sollte bitte auch konsequent sein und den Kindern den Helm auch im Auto oder Bus einen Helm vorschreiben, denn bei Autounfällen kommt es häufig zu Kopfverletzungen, besonders bei Kindern.

    In Groningen oder Amsterdam habe ich meiner Erinnerung nach keine Kinder mit Helm gesehen. Gut so.

    • Das sehe ich auch so. Schlechtestes Beispiel für Helme war wohl der katastrophale „Unfall“ bei Wetten Dass vor etlichen Jahren. Durch die Radiusvergrößerung des Kopfes dank Helm wurde der Sturz sicher nicht besser. Weniger Autos helfen aufjedenfall. In Spielstraßen sollte man Autofahrer deutlich härter bei Geschwindigkeitsübertretungen zur Kasse bitten.

      • Ein ganz interessanter Artikel zum Thema Fahrradhelme:

        Chris Boardman: „Helme sind nicht mal in den Top 10 der Dinge, die Radfahren sicher machen“

        http://road.cc/content/news/111258-chris-boardman-helmets-not-even-top-10-things-keep-cycling-safe

        Kein Wunder, daß immer diejenigen nach Helmen oder gar Helmpflicht schreien, die erklärte Gegner des Fahrrads als ernstzunehmendes Verkehrsmittel sind. Es geht einfach nur darum, das Radfahren ein bisschen unattraktiver zu machen und die Verantwortung für die Sicherheit von (potentiellen) Tätern zu (potentiellen) Opfern zu verschieben.

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